Apps auf Rezept · Mindable
Mindable Erfahrungen: Was die Panik-App auf Rezept kann, was sie kostet und was Nutzer berichten
Mindable: Panik & Agoraphobie ist eine App auf Rezept für Menschen mit Panikstörung oder Agoraphobie. Im Mittelpunkt stehen Übungen mit Körperempfindungen und Konfrontationen mit Situationen, die du vermeidest. Hier steht, wie du drankommst, was es mit und ohne Rezept kostet und was es bisher an Erfahrungen gibt.
Kurz gesagt
- Mindable: Panik & Agoraphobie ist dauerhaft als DiGA aufgenommen, für Erwachsene mit Panikstörung oder Agoraphobie. Die Kasse zahlt 245,50 € für 90 Tage, ohne Rezept kostet ein Freischaltcode 245 €.
- Das Programm hat drei Bausteine: Wissen über Angst, Übungen, die gezielt Körperempfindungen auslösen, und Konfrontationen mit Situationen aus deiner persönlichen Angsthierarchie, bei denen du deine Angst live aufzeichnest.
- Erfahrungsberichte sind rar: Die neue App ist seit 29.07.2026 im Store (8 Bewertungen, Schnitt 5,0), auf Trustpilot stehen 4 Bewertungen (Stand 24.09.2026).
- Face it arbeitet ähnlich mit einer Angst-Leiter und echten Konfrontationen, aber ohne Rezept, mit täglicher Session und KI-Coach. Dafür ist es kein Medizinprodukt und hat keine Körperübungen.
Mindable: Panik & Agoraphobie auf einen Blick
| Anbieter | Mindable Health GmbH, Berlin |
|---|---|
| Status | DiGA, im Verzeichnis seit 29.04.2021, dauerhaft aufgenommen |
| Für wen (laut DiGA-Verzeichnis) | Erwachsene ab 18 mit Agoraphobie und/oder Panikstörung |
| Methode | Kognitive Verhaltenstherapie nach dem Manual „Expositionsbasierte Therapie der Panikstörung mit Agoraphobie“: Psychoedukation, Übungen mit Körperempfindungen, Konfrontation mit Situationen; Tagebuch und wöchentlicher Check-up |
| Begleitung | Selbstgeführt; Ärztin oder Therapeut können begleiten, deine Daten kannst du als PDF teilen |
| Dauer | Lizenz für 90 Tage; empfohlen mindestens 8 Wochen, mindestens einmal pro Woche, am besten täglich |
| Kosten mit Rezept | 0 € für dich; die Kasse zahlt 245,50 € für 90 Tage |
| Ohne Rezept | 245 € für einen Freischaltcode, auch für Privatversicherte (Mindable-Website) |
| Plattform | App für iPhone und Android, laut Anbieter auch im Browser; Deutsch, Englisch, Französisch |
| Bewertungen (24.09.2026) | App Store 5,0 von 5 (8 Bewertungen, App seit 29.07.2026) · Google Play: noch keine Gesamtbewertung · Trustpilot 4,0 von 5 (4 Bewertungen) |
So läuft Mindable ab: Körperübungen, dann echte Situationen
Am Anfang steht deine persönliche Angsthierarchie. Du gibst an, welche Situationen dir Angst machen, zum Beispiel weit weg von zu Hause sein, Bus fahren, auf der Autobahn fahren, allein zu Hause sein oder einkaufen gehen. Danach schlägt dir die App passende Übungen vor. Das Programm hat drei aufeinander aufbauende Bausteine:
- Verstehen. Kurze Videos, Texte und Übungen erklären, wie Angst und Panik funktionieren. Ein Wörterbuch erklärt Fachbegriffe.
- Körperübungen. Mit animierten Anleitungen löst du gezielt Körperempfindungen aus, die dir sonst Angst machen, damit sich dein Körper daran gewöhnt. Mindable nennt das Symptomprovokation. Empfohlen ist, jede Übung einmal zu machen und die schwierigsten regelmäßig zu wiederholen.
- Konfrontation. Du gehst wiederholt und gezielt in Situationen, die du vermeidest. Für jede Situation gibt es vorbereitete Szenarien, eigene kannst du anlegen. Während der Übung zeichnest du deine Angst in Echtzeit auf. Empfohlen ist mindestens eine Konfrontation pro Woche.
Dazu kommen ein Tagebuch, ein wöchentlicher Check-up, Statistiken und Erinnerungen. Der Hersteller empfiehlt, die App mindestens einmal pro Woche und am besten täglich zu nutzen, über mindestens acht Wochen. Eine feste menschliche Begleitung gibt es nicht; die Deutsche Angst-Hilfe beschreibt Mindable als „vollständig selbstgeführt“. Deine Einträge kannst du aber als PDF exportieren und mit Ärztin oder Therapeut besprechen.
Zwei Hinweise aus der Gebrauchsanweisung: Bei Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen, photosensitiver Epilepsie oder in der Schwangerschaft sollst du vor bestimmten Übungen ärztlich abklären, ob sie für dich passen. Und wer Benzodiazepine nimmt, sollte das ansprechen, weil sich deren Wirkung und die Konfrontationsübungen laut Hersteller gegenseitig aufheben können.
Mindable auf Rezept: drei Wege zum Freischaltcode
Mindable nennt drei Wege, wie du an ein Rezept kommst:
- Online-Fragebogen. Du füllst auf der Mindable-Website einen Fragebogen aus. Partner-Ärztinnen prüfen deine Antworten und stellen laut Anbieter kostenfrei einen Arztbrief aus, der an deine Kasse geht.
- Videosprechstunde. Du buchst einen Videotermin mit Partner-Ärztinnen, die dir ein Rezept ausstellen.
- Eigene Ärztin. Deine Hausärztin oder dein Psychotherapeut stellt das Rezept aus (PZN 17454202), du reichst es bei deiner Kasse ein.
In allen drei Fällen schickt dir die Kasse einen Freischaltcode. Den gibst du in der App oder im Browser ein und startest. Ohne Kasse geht es auch: Mindable verkauft den Code direkt. Was du tun kannst, solange du auf einen Therapieplatz wartest, steht hier.
Was kostet Mindable?
Gesetzlich versichert: Mit Rezept oder Diagnosenachweis zahlst du nichts. Die Kasse zahlt laut DiGA-Verzeichnis 245,50 € je 90 Tage. Für weitere 90 Tage fällt laut Verzeichnis derselbe Betrag an.
Ohne Rezept: Mindable verkauft einen Freischaltcode für Mindable: Panik & Agoraphobie für 245 €, ausdrücklich auch für Privatversicherte (Stand 24.09.2026).
Mindable Erfahrungen: Was Nutzer berichten
Zu Mindable: Panik & Agoraphobie gibt es bisher wenige unabhängige Erfahrungsberichte. Die frühere App ist aus den Stores verschwunden, die neue Mindable-App für beide Programme gibt es seit 29.07.2026. In den Foren psychic.de und Diskussionsforum Depression fanden wir keine Beiträge zum Panik-Programm (Stand 24.09.2026).
- Im App Store stehen fünf schriftliche Rezensionen, alle mit 5 Sternen und alle aus den ersten zwei Wochen nach dem Start. Welches Programm gemeint ist, steht meist nicht dabei. Eine davon: „Leider warte ich schon lange auf einen Therapieplatz“ (Juli 2026, App Store).
- Auf Trustpilot schrieb jemand im Mai 2026 (5 Sterne): „Hat mir geholfen, besser mit meiner Panik klarzukommen“, und beschrieb das Programm als kleine Therapie, die man allein macht (Trustpilot).
- Im August 2026 (5 Sterne): „Die Übungen danach haben mir geholfen wirklich im Alltag gegen meine Angst anzugehen.“
Trustpilot weist darauf hin, dass Mindable Kunden derzeit nicht zu Bewertungen einlädt und die Bewertungen deshalb möglicherweise nicht repräsentativ sind. Vier Bewertungen und acht Sterne-Wertungen im App Store reichen für ein Urteil nicht aus. Kritische Stimmen zum Panik-Programm haben wir nicht gefunden, was bei so wenigen Beiträgen wenig heißt.
Studien und Stiftung Warentest
Die dauerhafte Aufnahme stützt sich auf zwei randomisierte Studien. In der ersten nutzten 57 von 107 Teilnehmenden die App acht Wochen lang, die anderen bekamen ein Informationsblatt für die Wartezeit auf eine Therapie. Die zweite Studie (111 Teilnehmende, fünf Wochen) verglich Mindable mit einer Meditations-App und einer Wartegruppe. Das BfArM sieht als belegt an: weniger Angst- und Paniksymptome, bessere Lebensqualität und mehr Vertrauen in die eigene Fähigkeit, mit der Angst umzugehen.
Die Stiftung Warentest bewertete die damalige Mindable-App 2021, als sie erst vorläufig im Verzeichnis stand, mit „befriedigend“. Seitdem ist das Programm dauerhaft aufgenommen und die App neu erschienen.
Stärken und Grenzen von Mindable
Stärken
- Konfrontation im Mittelpunkt: Körperübungen und echte Situationen, mit Live-Aufzeichnung deiner Angst.
- Persönliche Angsthierarchie gleich zu Beginn, dazu Szenarien, die du selbst anlegen kannst.
- Geprüft und erstattet: dauerhaft im Verzeichnis, zwei randomisierte Studien.
- Drei Rezeptwege, auch online, und die Möglichkeit, selbst zu zahlen.
Grenzen
- Selbstgeführt: Ob du die Konfrontationen wirklich machst, hängt allein an dir. Die Deutsche Angst-Hilfe schreibt über DiGA allgemein: „Entscheidend für den Therapieerfolg ist vor allem, dass die App regelmäßig und aktiv genutzt wird.“
- Nur Panikstörung und Agoraphobie; für soziale Angst gibt es ein eigenes Programm.
- Bisher wenige unabhängige Erfahrungsberichte zur neuen App.
- Die Körperübungen sind nicht für jeden geeignet; bei manchen Vorerkrankungen vorher ärztlich klären.
Wenn du Situationen vermeidest: was Face it anders macht
Mindable ist Face it in der Methode am nächsten: Beide bauen eine persönliche Angsthierarchie und bringen dich in echte Situationen, statt dich zu beruhigen. Die Unterschiede sind nachprüfbar:
| Mindable: Panik & Agoraphobie | Face it |
|---|---|
| Übungen | |
| Körperübungen plus Konfrontationen mit Situationen | Eine Konfrontation pro Tag aus deiner Angst-Leiter; keine Übungen, die Körperempfindungen gezielt auslösen |
| Rhythmus | |
| Selbst gewählt, mindestens eine Konfrontation pro Woche empfohlen | Tägliche Session von 5 bis 10 Minuten |
| Vorher und nachher | |
| Angst während der Übung live aufzeichnen | Befürchtung vorher aufschreiben, danach prüfen, was passiert ist |
| Begleitung | |
| Selbstgeführt | KI-Coach im Chat, kein Mensch |
| Zugang | |
| Rezept, Arztbrief oder Code für 245 € | App laden, kein Rezept, keine Diagnose |
| Status | |
| Medizinprodukt, DiGA, zwei Studien | Selbsthilfe-App, kein Medizinprodukt, keine DiGA, keine Studie |
| Kosten für dich | |
| 0 € mit Rezept | Panikhilfe kostenlos; voller Plan nach 3 Gratistagen 9,99 € im Monat oder 59,99 € im Jahr |
| Plattform | |
| iPhone, Android, Browser | iPhone |
Wenn du eine Diagnose hast und auch mit Körperempfindungen üben willst, spricht viel für Mindable auf Rezept. Face it ist für den Fall gebaut, dass du ohne Rezept anfangen willst und einen täglichen Anstoß brauchst, damit aus dem Vorsatz eine erledigte Konfrontation wird. Jeden Tag ist eine Stufe deiner Angst-Leiter dran, vom Coach mit dir auf deinen Alltag zugeschnitten. Durchziehen statt vermeiden.
Was Mindable dir voraushat: ein geprüftes Medizinprodukt, Kassenerstattung, zwei Studien und die Körperübungen. Face it ersetzt weder eine Therapie noch eine DiGA. Wenn du eine Panikstörung hast oder vermutest, sprich zuerst mit deiner Ärztin.
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Häufige Fragen
Was kostet Mindable?
Mit Rezept nichts: Die gesetzliche Kasse zahlt 245,50 € für 90 Tage. Ohne Rezept kostet ein Freischaltcode für Mindable: Panik & Agoraphobie 245 €, auch für Privatversicherte (Stand 24.09.2026).
Wie bekomme ich Mindable auf Rezept?
Laut Anbieter auf drei Wegen: über einen Online-Fragebogen, nach dem Partner-Ärztinnen einen Arztbrief an deine Kasse schicken, per Videosprechstunde oder über deine eigene Ärztin. Die Kasse schickt dir dann einen Freischaltcode für App oder Browser.
Kann ich Mindable ohne Rezept nutzen?
Ja. Mindable verkauft Freischaltcodes für 245 €. Damit startest du sofort, ohne Kasse.
Für wen ist Mindable: Panik & Agoraphobie gedacht?
Für Erwachsene ab 18 mit Panikstörung und/oder Agoraphobie. Nicht angewendet werden soll es unter anderem bei Psychosen, bipolarer Störung und Suizidalität. Bei Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen, photosensitiver Epilepsie und in der Schwangerschaft sollen bestimmte Übungen vorher ärztlich abgeklärt werden.
Welche Übungen macht man bei Mindable?
Nach einer Einführung in die Angst folgen Körperübungen, die gezielt angstbesetzte Körperempfindungen auslösen, und Konfrontationen mit Situationen aus deiner Angsthierarchie, etwa Bus fahren oder einkaufen gehen. Während der Konfrontation zeichnest du deine Angst live auf.
Gibt es Mindable für iPhone und Android?
Ja. Seit 29.07.2026 gibt es eine neue Mindable-App für beide Programme, Panik & Agoraphobie und Soziale Phobie, im App Store und bei Google Play; laut Anbieter geht es auch im Browser.
Quellen
- BfArM, DiGA-Verzeichnis: Mindable: Panik & Agoraphobie
- Mindable: Panik & Agoraphobie
- Mindable: Zugang, kostenfrei auf Rezept oder kaufen
- Mindable: Gebrauchsanweisung, Stand 30.04.2024 (PDF über das DiGA-Verzeichnis)
- Deutsche Angst-Hilfe: DiGAs, digitale Unterstützung bei Angst (Stand 25.04.2025)
- Mobile App-Guided Exposure Therapy for Panic Disorder With and Without Agoraphobia: Randomized Controlled Trial, JMIR 2025 (zweite Studie)
- PTAheute: App-Check, welche helfen bei Angststörungen? (12.11.2021)
- App Store: Mindable, Bewertungen und Rezensionen
- Google Play: Mindable
- Trustpilot: Mindable Health
Alle Quellen abgerufen am 24.09.2026. Preise, Bewertungen und Bedingungen können sich seitdem geändert haben.
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